Skip to main content

Blog

Kleine Presslinge ganz groß: So werden Pellets hergestellt!

Avatar of Maria Spirk Maria Spirk - 29. April 2019 - Biomasse / Brennstoffe

492.000 Pelletheizungen sind in ganz Deutschland installiert. Das Heizmaterial dafür wird bequem nach Hause geliefert. Doch wie entstehen eigentlich die kleinen runden Dinger und sind sie tatsächlich aus Holz gemacht?

6-8 Kubikmeter Späne für 1 Tonne Pellets

Ja, Pellets bestehen mindestens zu 98 Prozent aus Holz – überwiegend aus Abfallprodukten, die im Sägewerk bei der Holzverarbeitung anfallen, wie Sägemehl oder Hobelspäne. Um eine Tonne Holzpellets herzustellen, benötigt man etwa sechs bis acht Kubikmeter Späne. Diese müssen zuerst getrocknet werden. Die Energie dafür wird in der Regel durch die Verbrennung von Rinde bereitgestellt, die im Sägewerk als Reststoff anfällt. Nach dem Trocknen hat das Ausgangsmaterial einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa acht Prozent.

Nach dem Trocknen hat das Ausgangsmaterial einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 8 Prozent. Die Späne werden nun zerkleinert und in der Pelletieranlage unter hohem Druck durch die Löcher einer sogenannten Stahlmatrize gepresst. Doch wie kleben die kleinen Teilchen zusammen? Einer der Hauptbestandteile von Holz ist Lignin. Durch den hohen Druck und die dadurch entstehende Wärme wird das Lignin klebefähig und die kleinen Energiebündel bekommen ihr typisches Aussehen. Durch das Lignin kann auf chemische Bindemittel verzichtet werden. Um eine höhere Antriebsfähigkeit zu gewährleisten, werden maximal zwei Prozent an Pressmittelzusätzen wie Stärke oder Mehl zugegeben.

Noch warm werden die Holzpresslinge auf die richtige Länge geschnitten. Haben sie die endgültige Form erreicht, werden sie noch gekühlt, gesiebt und in Silos für die Lieferung zum Kunden gelagert bzw. in Säcke verpackt.

(c) www.unendlich-viel-energie.de

Energieaufwand deutlich geringer als bei fossilen Brennstoffen

Vergleicht man den Energieaufwand für die Produktion und Bereitstellung von Holzpellets mit dem von fossilen Brennstoffen, ist dieser deutlich niedriger, da vermehrt heimische Rohstoffe zum Einsatz kommen, die meist auch direkt im Sägewerk weiterverarbeitet werden können. Bei Pellets beträgt der Energieaufwand etwa 2,7 % der Endenergie, bei Erdgas sind es 10 %, bei Heizöl in etwa 12 %.

New comment

0 comments